Anchor – eine erste Bestandsaufnahme

Von | 25. Juli 2017

Die ersten Wochen mit Anchor sind vergangen. Der erste Eindruck ist wunderbar und vielversprechend. Anchor.fm bietet M√∂glichkeiten, die bisherige „klassische“ Social Media Plattformen nicht oder nur rudiment√§r bieten.

Anchor spielt eine Karte aus, die meiner Meinung nach die nächsten Jahre deutlich an Relevanz zunehmen wird: die Nutzung von Sprache. Kommunizieren, austauschen und Befehle erteilen РMenschen wollen sich mitteilen, das ist nicht neu und auch im Internet nicht erst jetzt normal. Die Art und Weise, wie sie es tun, ändert sich durchaus und mit der Anchor-App erst recht.

Geht man davon aus, dass bei Twitter, Facebook & Co. das geschriebene Wort der Hauptkanal ist, so ist das gesprochen Wort bei Anchor Programm. Und dieser Kanal wird nicht einseitig genutzt (also vom User rein in die Plattform), sondern „echt“ sozial gepr√§gt und damit beidseitig.

Dar√ľber hinaus entwickeln sich schnell Gespr√§che bei Anchor. √úber Themen, die auf einer Station aufgeworfen wurden (wave), von anderen auf deren Station geteilt (echo) werden und von allen wiederum kommentiert werden k√∂nnen (per call-in). Was f√ľr eine Dynamik. Das habe ich bei keiner anderen Plattform bisher erlebt.

Anchor.fm und meine Station 9.111

Do you speak english? Deutsche User sind noch Mangelware

Nun ist es nicht verwunderlich, dass der englisch-sprachige Raum Vorreiter in der Nutzung von Social Media ist. Anchor ist dort schon wesentlich verbreiteter. Im deutsch-sprachigen Raum geht es erst los.

Man probiert sich aus und setzt ein paar waves ab. Oft war da bisher auch nicht mehr. Bis auf ein paar User, die nun wieder (zur√ľck)kommen und ihre Kan√§le mit neuem Leben f√ľllen.

So um die 10-20 H√∂rer d√ľrfte meine Station mittlerweile haben. Ich selbst folge derzeit fast allen, die sich als aktive Anchor-Nutzer zu erkennen geben. Das hat vor allem einen Grund: Ich m√∂chte lernen. Lernen, wie Anchor am besten genutzt werden kann. Wie gehen andere Sprecher mit ihrem Kanal und ihrem Thema um? Was wird wie oft und auf welche Art und Weise gepostet?

Klar, die deutsche Sprache ist hier von Vorteil. Doch lernen kann ich auch, und das sehr gut, von den Englisch-Stationen. Die User dort sind meiner Meinung nach deutlich weiter als wir (was die Reichweite und Durchdringung der Plattform betrifft). Sie gehen mit dem Medium spielerischer um. Sie hinterfragen vielleicht nicht ganz so viel, sondern machen einfach. Sie wollen halt erst einmal sehen was dabei herauskommt.

Und das finde ich Klasse, muss ich sagen! Das ist mir selbst passiert: Kaum ist man online, macht seine ersten Schritte, schon setzt es einen direkten Shoutout aus den Staaten in den eigenen Kanal. Man wolle sich einfach bedanken beim neuen Hörer (also mir), beim aktiven Mitmachen (Feedback per Applaus) und bietet seine Hilfe an. Wie cool ist das denn?!

Was habe ich gelernt, in K√ľrze

Gelernt habe ich schon jetzt eine ganze Menge. Vieles √ľber die Funktionsweise von Anchor ist im Internet nachzulesen (oder in meinem Grundlagenartikel hier im Blog). Daher hier meine pers√∂nlichen Highlights der letzten Wochen. Die Liste kann nat√ľrlich nicht vollst√§ndig sein. Neuerungen und Lerneffekte kommen beinahe t√§glich hinzu.

  • Wir arbeiten vorrangig mit den Begriffen Kanal/Station, wave, call-in, echo, shoutout, Episode, Applaus, Diskussion.
  • Anchor ist ein lineares Medium, was die Ver√∂ffentlichung der Beitr√§ge betrifft (ein Stream, √§hnlich wie bei Podcasts).
  • Anchor ist ein nicht lineares Medium, was die call-ins betrifft. Die k√∂nnen jederzeit reinkommen und sich auf √§ltere Themen beziehen. Ver√∂ffentlicht werden k√∂nnen diese wiederum nur linear.
  • Den eigenen Anchor-Kanal kann ich zur schnellen Konversation mit anderen H√∂rern nutzen. Dies unterscheidet Anchor vom reinen Podcasting (Sprecher -> H√∂rer = Einweg).
  • Zus√§tzlich erh√§lt die App nun die M√∂glichkeit, auf waves mit einer Diskussion (in Textform, √§hnlich einem Chat) zu antworten.
  • Die t√§glichen waves und call-ins verschwinden nach 24 Stunden (√§hnlich snapchat). Sie werden automatisch jede Nacht ins Archiv verschoben. Einzelne Audioschnippsel k√∂nnen (vorher) zu einer Episode zusammengefasst werden.
  • Einzelne waves und Episoden k√∂nnen √ľber weitere Social-Media-Kan√§le geteilt werden.
  • Der Web-Client ist relativ spartanisch eingerichtet. Jedoch k√∂nnen nur √ľber diesen Weg waves/clips mit einem zus√§tzlichen externen Link inkl. Kurztext versehen werden. Auch ist es nur hier√ľber m√∂glich, eigene Aufnahmen und clips hochzuladen (ich probiere z.B. gerade ein eigenes jingle).
  • Die Anchor-App l√§uft bei mir auf iOS nicht immer fehlerfrei. Sie ist stabil, vergisst jedoch ab und zu seine Features (z.B. die Follower-Liste unter „people“).
  • Eine regelm√§√üige E-Mail mit Statistiken zum eigenen Account erhalten diejenigen User, die sich mit E-Mail-Adresse und Kennwort bei Anchor.fm angemeldet haben. Ich als Twitter-Konnektor habe dieses Feature leider nicht.
  • Die Support-Seite auf Anchor.fm enth√§lt noch mehr Hinweise, die Knowledge Base und FAQs. Es gibt so viel zu lernen…

Und jetzt ihr – traut euch!

Wie oben beschrieben fehlt es noch deutlich an Usern aus dem deutschsprachigen Raum. Also macht mit, meldet euch an und startet eure erste wave! Abonniert die aktiven Sprecher und diskutiert mit! Oder hört einfach mal rein und folgt zuerst ein paar ausgewählten Micro-Podcastern.

Anchor l√§sst sich auch hervorragend neben und f√ľr den eigenen Podcast verwenden. Und Podcaster haben wir doch so einige gute da drau√üen…

Eure Kommentare zum Thema bitte hier unten in die daf√ľr vorgesehen Felder. Und gern per call-in auf anchor.fm. Lasst uns miteinander reden.

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