Die eigene Cloud – wäre das nicht was?

Von | 8. August 2015

Erwähnte doch letztens ein Kollege, dass er seine eigene Cloud – in dem Falle OwnCloud – nutze. So für Kontakte und Kalender vor allem. Für die Synchronisation zwischen allen Familienmitgliedern.

Und zack, da war sie wieder, die Idee der eigenen Cloud…

Die Lösung selbst ist bereits viel diskutiert und vorgestellt worden, z.B. der Owncloud-Client im fragenueberfragen-Blog. Deshalb möchte ich hier gar nicht weiter auf die technische Umsetzung eingehen. Mich fasziniert zuerst die Idee dahinter und überlege ob ich das nicht selbst umsetzen sollte.

In Zeiten von Hackern, unsicheren Zugriffswegen etc. kann man nämlich auf die Idee kommen, sich seine persönlichen Daten lieber auf eigene Datenspeicher zu legen. Und nicht wie von Apple, Google & Co. gedacht auf deren weltweit verstreute Datennetze verteilen und darauf warten, dass einem personalisierte Werbung zugestellt wird.

Ich muss schon sagen, einfacher ist die mitgebrachte Lösung von Apple für mich und meine mutnutzenden Familienteile schon. Alles nahtlos integriert in mitgebrachten Apps und Programmen auf dem lokalen Mac. Synchronisieren und teilen zwischen Mitgliedern inklusive, vor allem beim gemeinsam genutzten Kalender und diversen (Einkaufs-)Listen.

Die eigene Cloud hat Vorteile

Was eine eigene Cloud-Lösung (hier mal OwnCloud als Synonym für diverse am Markt geläufigen privaten Cloud-Lösungen verwendet) wiederum charmant macht, finde ich, ist die Datenhoheit über das eigene System und natürlich die persönlichen Daten. Die im Grunde jedoch wiederum in irgendeinem Rechenzentren stehen oder per öffentlichen Netz von zuhause zugreifbar gemacht werden müssen. Datenhoheit bedeutet noch lange nicht Datensicherheit (Stichwort Datensicherung).

Der allgemeine Spieltrieb und die Neugierde dürfen auch nicht vernachlässigt werden, zumindest bei mir nicht. Macht doch Spaß, die passenden Apps einer OwnCloud-Lösung zu testen und die Serversoftware auf der eigenen Domain zu installieren. Den eigenen Speicher habe ich ja eh schon parat über den Hoster meines selbst verwalteten WordPress-Blogs. Daran sollte es nicht scheitern.

Warum also nicht gleich ausprobieren?

Kritisch, oder sagen wir mit Aufwand verbunden, wäre die Migration meiner jetzigen Lösung hin zur eigenen Cloud. Heißt dann wieder: Neues ausprobieren, die Familie überzeugen und ggf. andere praktische Hemmnisse überwinden, die eine solche Technik aufwirft. Regelmäßig Updates einspielen, Logs prüfen etc.
Für die Daten allerdings wäre es ein guter Schritt in Richtung Sicherheit und Hoheit.

Die OwnCloud wäre jedoch nur so sicher wie der online genutzte Datenspeicher und dessen Zugriff über öffentliche Netze es sind. Ja, es gibt Firewalls, Produktupdates und sonstige Sicherungsmaßnahmen. Eine Cloudlösung bleibt im Grunde eine Netzvariante, sonst wäre es keine Cloudlösung. Direkter und in dem Sinne auch sicherer ist da nur noch die lokale Datenhaltung – auf dem mobilen Gerät selbst und vielleicht einem manuellen Sync über USB-Kabel mit dem heimischen PC.

Kritische Daten, wie z.B. Bank- oder Gesundheitsdaten würde ich auch einer eigens gehosteten Variante mit Online-Zugriff nicht anvertrauen. Wer darüber nachdenkt, nutzt vermutlich eh professionell verfügbare Lösungen oder verzichtet eben ganz darauf.

Was sagt ihr zur eigenen Cloud? Welche Lösung habt ihr ggf. schon in Verwendung und könnt von praktischen Nutzen berichten?

3 Kommentare zu “Die eigene Cloud – wäre das nicht was?

  1. Jürgen

    Nutze OwnCloud als Speicher für Dokumenten die nicht so wichtig sind. Funktioniert ganz gut, sogar als Dropbox-Ersatz.

    1. stef Autor des Beitrags

      Nutzt du das auch für Kalender und Listen etc. zur Synchronisation?

Kommentare sind geschlossen.