Mein Datensicherungskonzept (Teil 1) – Client- und Online-Datensicherung im Heimnetzwerk

Von | 3. MĂ€rz 2011

Wir hatten vor kurzem hier auf Station 9.111 im Zusammenhang mit WordPress-Updates am Rande das Thema Datensicherung. Es gibt diverse Tools die einen speziell in diesem Fall dabei unterstĂŒtzen können. Grundlage ist aber erst einmal auch hier ein vorhandenes Datensicherungskonzept.

HierĂŒber muss sich jeder Gedanken machen, egal wie das Ergebnis letztlich aussieht. Einfach wild drauflos sichern ist sinnlos und auch gefĂ€hrlich, weil es in trĂŒgerischer Sicherheit wiegen kann. Und gar nicht sichern 
 nun, lassen wir das.

Wichtige Eckpunkte/Fragen fĂŒr ein Konzept sind z.B.: Was soll gesichert werden und was ist schutzbedĂŒrftig? Wann sollen Sicherungen und in welchen AbstĂ€nden passieren? Was ist mit Aufbewahrung und Recycling alter angesammelter Daten. Auch wichtig: Wo sollen die Sicherungen aufbewahrt werden?

Das soweit als Einleitung und zum aufwÀrmen. Mir geht es nun um das eigentliche praktische Thema: Datensicherung von Clients in meinem eigenen Heimnetzwerk.

Überblick

Time Machine Mac OS XIch möchte euch mit diesem Artikel helfen indem ich einen Einblick in meine Datensicherungslösung zuhause gebe. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen bei Àhnlichen Problemen. Lasst euch inspirieren, fragt nach und setzt eure eigenen Verfahren um. Aber tut etwas in eurem speziellem Umfeld!! Nur lesen bringt nichts.

Steigen wir ein mit einem Überblick ĂŒber die vorhandenen Komponenten in meinem Szenario: 1 MacMini (Snow Leopard), 1 MacBook (ebenfalls Snow Leo) und 1 PC (Windows XP), sowie eine lokale externe Festplatte am MacMini (500GB). Die Software: vor allem Time Machine fĂŒr die Macs und fĂŒr PC Truecrypt und integriertes Windows-Backup.

Eine Online-Festplatte HiDrive 100GB ĂŒber den Diensteanbieter Strato. Dann noch lokales LAN mit 100Mbit/s und VDSL50 Richtung WAN/Internet. Soviel zur Infrastruktur.

Ich habe darĂŒber hinaus fĂŒr mich folgende Notwendigkeiten/Rahmenbedigungen definiert: Erzeugung der Basis-Datensicherung durch Aufbewahrung mehrerer Generationen sĂ€mtlicher (aller!!) Daten in Kopie auf einen externen DatentrĂ€ger im selben Wohnraum, unverschlĂŒsselt.

ZusĂ€tzlich Sicherung der persönlichen Dateien und iTunes-Mediathek außer Haus im Online-Rechenzentrum (HiDrive). Sowohl die Verbindung von allen Clients zum Online-Speicher als auch die Sicherung der Daten innerhalb der Sicherungskapsel erfolgt immer verschlĂŒsselt. Welche Daten das genau sind zeige ich gleich auf.

Sicherungen der Clients

Fangen wir an mit dem MacMini, dem eigentlich wichtigsten Bestandteil – sowohl hier im Konzept als auch persönlich, da mit meinen wichtigsten Daten bestĂŒckt.

Meinen MacMini sichere ich seit einigen Jahren mit der in Mac OS X integrierten Software Time Machine. Die Daten landen auf einer externen Festplatte, die direkt per FireWire angeschlossen ist. Es wird die gesamte interne Platte (80GB) in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden gesichert.

In Kurzform: Externe Platte einschalten und Time Machine loslaufen lassen. Danach wieder aus und gut ist. Damit habe ich die wichtigste und grundlegendste Datensicherung hergestellt.

Das eigentlich spannende ist aber die Online-Festplatte. 100GB, auf denen ich alle Sicherungs-Images und Container ablege, in diversen Verzeichnissen organisiert, nÀmlich so:

Verzeichnisse im HiDrive Ordner

Anhand der Anleitung bei www.h-ein.de und der FAQ bei Strato habe ich ein verschlĂŒsseltes Image (sparsebundle) fĂŒr Time Machine erstellt und auf den Cloud-Speicher = HiDrive hochgeschoben. Randparameter sind VerschlĂŒsselung mit AES, mitwachsendes Bundle-Image und Kennwort im lokalen SchlĂŒsselbund hinterlegen (damit Time Machine darauf direkt zugreifen kann).
Mit der exclude-Funtion in Time Machine werden alle Ordner von der Sicherung ausgenommen, die nicht fĂŒr den persönlichen Datenbestand relevant sind (z.B. Treiber, Libraries, Betriebssystem).

Systemdateien bei Time Machine ausschliessen

Die max. 40GB meines angelegten Images reichen fĂŒr einige DurchlĂ€ufe, bevor Time Machine Ă€ltere Backups löscht.
FĂŒr eine manuell angeschobene Sicherung in die Cloud wird vorher der VPN-Tunnel aufgemacht bzw. ist nach jedem Systemstart schon aktiv (geht z.B. mit Tunnelblick, Anleitung fĂŒr Strato in deren FAQ) und das Netzlaufwerk gemountet per SMB (Beispiel: smb://testdrive.smb.hidrive.strato.com/root).
Dann Time Machine anwerfen und sichern. Danach Laufwerke einfach unmounten/trennen.

Datensicherung Spezial

Umschalten zwischen den beiden Sicherungstypen (1x lokal auf externe Platte (Standard) und 1x Online-Image) lĂ€uft ĂŒber das Austauschen der .plist Dateien. Eine Anleitung, was das ist und wo ihr alles findet gibt es auf blog.robwei.de. Ich habe allerdings nicht die dort beschriebene rotierende Variante genutzt, sondern tausche die Dateien manuell.

plist Dateien unter Preferences

Dieses Vorgehen ist in Anbetracht der erhaltenen Sicherheit und des relativ geringen manuellen Aufwandes vertretbar. Das heißt mehrmals im Monat auf externe Platte sichern und zusĂ€tzlich meistens direkt danach auf Online-Speicher sichern. Dazwischen liegen zwei mal .plist Dateien austauschen (sind ja vorbereitet und mĂŒssen nur umbenannt werden).

Eine Sonderbehandlung habe ich fĂŒr meine Musik-Daten innerhalb iTunes. Diese  werden zwar generell auf die externe Platte mit gesichert. Da sie mir zumindest so wichtig sind, dass ich sie ebenfalls auf dem Online-Speicher habe möchte, ich aber nicht das mit den max. 40GB netto verschlĂŒsselte Time Machine Image sprengen will, habe ich das anders gelöst.
Ein spezieller Ordner auf dem Online-Speicher wird mit dem lokalen Medienordner synchronisiert. Dabei hilft ein kleines kostenloses Tool namens SyncTwoFolders.

SyncTwoFolders

Option „Quelle ersetzt Ziel“ auswĂ€hlen, sodass nur Daten von der Platte hochgespiegelt werden. Master ist also lokal und in der Cloud liegt eine einfache Kopie. Vorher Trockenlauf machen.

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Soweit zum ersten Teil des Konzeptes meiner Datensicherungslösung. Im zweiten Teil geht es um die Sicherung des MacBook und des Windows PC sowie um DatenrĂŒcksicherungen. Macht euch schon mal Gedanken wie ihr das hier beschriebene fĂŒr eure eigene Umgebung umsetzen könnt.

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WeiterfĂŒhrende Seiten

Backup-Strategien im Netzwerk
Tunnelblick
SyncTwoFolders

10 Kommentare zu “Mein Datensicherungskonzept (Teil 1) – Client- und Online-Datensicherung im Heimnetzwerk

  1. Duerrbi

    Du speicherst auf einer 100Gb Online“Platte“ den Inhalt von drei Rechnern?

    Damit komme ich bei einem Notebook nicht hin.

  2. stef Moderator

    Hi DĂŒrrbi, schön dass du mal wieder vorbei schaust 😛

    Ich speichere auf den 100GB Online-Plattenspeicher „nur“ folgendes: ca. 40GB Musik-Mediendateien, 1x anwachsendes Image vom MacMini und 1x anwachsendes Image vom MacBook (komme ich im zweiten Teil drauf), dazu noch 1x 1GB Image vom PC.
    Und wie gesagt liegen in allen Sicherungs-Images „nur“ Bewegdaten persönlicher Art (Profildaten halt), nicht der gesamte Rechner mit Betriebssystemdateien etc. Der wird wiederum auf externe Platte komplett gezogen.

    Ich bin halt ein sparsamer Mensch. 🙂 Wenn das mal irgendwann nicht mehr reichen sollte wird sich Strato freuen wenn ich mehr Platz miete.

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