Gedanken
Wilfing vs. Schlendern
In der heutigen Ausgabe der F.A.S. habe ich gelesen, dass es einen neuen Trend gibt: Das Wilfing. Sinnloses Surfen im Internet, was anschließend kaum Spuren im Gedächtnis hinterlässt. (via Spiegel Online). Was sich da zusammenbraut kann doch keiner voraus ahnen. Auch die Deutschen (noch) nicht. Zumindest waren das meine Gedanken, als ich den Beitrag las.

Parallelen versuche ich in dem Zusammenhang in einem meiner vergangenen Beiträge zu suchen: „Schlendern im weltweiten Netz?“. Zu dem mir übrigens bisher noch niemand eine Antwort geben konnte.
Wenn ich etwas genauer darüber nachdenke, hat das Eine (Wilfing) mit dem Anderen (Schlendern) nicht soviel gemeinsam wie ursprünglich angenommen. Schlendern setzt, wenn auch relativ wenig, Bewegung voraus. Wilfing hingegen baut auf minimalen Körper- bzw. Geisteseinsatz.
Erhöhte Aufmerksamkeit
Man stelle sich folgende Situation vor:
Eine gut gefüllte S-Bahn am Nachmittag und mittendrin eine Oma mit Enkel und eine junge Mutter mit ihrem sehr kleinen Baby. Dieses junge Wesen mag das Gewusel um sich herum überhaupt nicht und teilt dies auch lautstark den Passagieren mit.
Das mag soweit über einige Minuten ertragbar sein. Viel interessanter fand ich dabei die Reaktionen der anderen Leute sobald ein Ton aus Richtung des Babys kam. Sofort richteten sich die Köpfe dorthin aus. Vor allem Frauen beobachten daraufhin jeden Schritt, jede Bewegung der jungen Mutter und die ihres Nachwuchses. Ich empfand es als Starren. Der Blick war leer, nur der Kopf bewegte sich und die Augen fixierten. Ansonsten einen nichts weiter mitteilenden Gesichtsausdruck.
Leben für das Wochenende
Mir scheint als leben viele Menschen nur für das Wochenende, als schleppen sie sich über die übrigen Tage und sparen sich die Lebensenergie für ein paar Stunden auf, um kurz darauf erneut in eine Art Koma zu verfallen. Kaum ein Tag in der Woche ohne dass deren Ende sehnlich erwartet wird. Vor allem über das Radio kann man es lautstark mitverfolgen: Durchhalteparolen und Darstellung als Heiligtum, welches es zu vergöttern gilt.
Kommentare-Haschen
Eine interessante Frage- bzw. Diskussionsstellung wirft Philip May in einem Blogbeitrag unter eniak.INFO auf. Beschrieben wird dort das Thema Kommentare und ihre weitreichende Wirkung. Man selbst soll tätig werden, um wiederum Kommentatoren für sich zu interessieren.
Ich möchte mich dem dort Beschriebenen anschließen. Ich selbst denke und handele aktiv, indem ich mich auf mir bisher unbekannten Seiten umschaue und gern kommentiere. Dabei achte ich selbstverständlich auf den Themenzusammenhang und schreibe nicht des reinen Kommentars wegen.
Will man eine breite Leserschaft auf seine Beiträge lenken, kann das eine praktikable Möglichkeit darstellen. Als reine Werbeplattform sollte man andere Blogs hingegen nicht betrachten, das kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen.
Auch gute Dinge enden
In einem ihrer neueren Lieder stellt Nelly Furtado die Frage: „Why do all good things come to an end?“. Auf Deutsch soviel wie: „Warum enden alle guten Dinge?“.
Nun, als eine erste Antwort fällt mir dazu ein: weil auch schlechte Dinge ein Ende haben. Alles ist im Fluss, alles kommt und geht, ob gut oder schlecht. Nichts kommt umhin einen Anfang und ein Ende zu haben. Es wäre ansonsten auch eher langweilig, sollte es nur positive Dinge im Leben geben. Außerdem wäre in dem Fall niemandem bewusst worin die Unterschiede zwischen positiv und negativ liegen. Alles wäre gleich. Eine eher unschöne Vorstellung, wie ich finde.


