Leben für das Wochenende
Mir scheint als leben viele Menschen nur für das Wochenende, als schleppen sie sich über die übrigen Tage und sparen sich die Lebensenergie für ein paar Stunden auf, um kurz darauf erneut in eine Art Koma zu verfallen. Kaum ein Tag in der Woche ohne dass deren Ende sehnlich erwartet wird. Vor allem über das Radio kann man es lautstark mitverfolgen: Durchhalteparolen und Darstellung als Heiligtum, welches es zu vergöttern gilt.
Ich selbst habe eine zeitlang NUR für das Wochenende gelebt, zu Zeiten des Wehrdienstes. Eine Zeit, die es schnellstmöglich hinter sich zu bringen galt. Heute sehe ich das anders, verbringe jeden Wochentag möglichst sinnvoll und lebenserfüllt. Was nicht bedeutet, dass das Ende der Woche nicht ebenso geliebt wie auch gelebt wird. Nur bekommt es nicht zwangsläufig den Status einer gottähnlichen Erscheinung. Und natürlich gibt es auch Zeiten, in denen ich mir wünsche sie würden schnell vergehen.
Warum jedoch leben Menschen zu wenig im Jetzt während der ersten fünf Tage einer Woche? Sind es z.B. die Medien, die uns tagtäglich manipulieren? In einer Weise, die uns Menschen vergessen lässt, wie wichtig die Tage vor dem Ende einer Woche sind.
Erst wer A sagt kann auch B sagen. Oder: Mensch wach auf! Das Leben besteht aus mehr als einer Aneinanderreihung von mehreren (Wochen-)Enden.
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17 Kommentare
@stef: Das war ja sehr vorausschauend gedacht von Dir. Hm ... bei mir ist das noch nicht passiert, aber dass kann ja dann auch nicht mehr lange dauern. In letzter Zeit begegnen mir dauernd Stefans. Die meisten sind sehr sympathisch
ich glaube das ist der heutige zeitgeist. die medien diktieren uns das leben, solange man es natürlich zulässt. es scheint so zu sein, als hätte die gesellschaft den spass am leben verloren. leistungsdruck, konkurrenzdenken (was uns schon seit dem kindergarten und der schule eingeprügelt wird), angst vor wirtschaftlichen veränderungen... all das betrachten viele als einen staffellauf (stöckchen!) und freuen sich natürlich auf das wochenende, wo man diese faktoren für ein paar tage vergessen kann.
es sei denn, du änderst bei altem key (blog.keyform.de) die kontaktdaten, e-mail adresse und www-adresse. hab es so bei einem gewissen station9111 gemacht. jetzt ist alles stef und er darf sich als bestplatzierter betrachten
Also ich arbeite gerne (auch wenn sich das manchmal im Blog anders liest *g*). Ich freue mich zwar auch auf die Wochenenden, aber sie sind nicht mein einziger Lebensinhalt *g* Montage sind mir nur insofern verhasst, weil sie meinen am WE gelebten Rhythmus wieder durcheinander bringen. Denn mein WE-Rhythmus ist der, der am besten zu mir passt.
Ich lebe auch nur für die Wochenenden. Mein Job nervt mich, dann ist man erst 17:15 zu Hause, heute noch 2 Stunden später. Ich versuche zwar oft abends noch Sinnvolles zu machen, kann aber vor Abgespanntheit oft nur noch den Fernseher anschmeißen. Habe dann nicht mal mehr Muse, ein Buch zu lesen, weil ich zwar die Buchstaben lese, die Inhalte aber vorbeirauschen. Ganz krass formuliert, lebe ich nur noch auf den Sozialplan meines Unternehmens hin, damit ich endlich aus der Tretmühle aussteigen kann. Uff.
Das liest sich wirklich nach absolutem Stress, Petra! Da kann ich gut nachvollziehen, dass du dich immer nur auf's Wochenende freust. Aber ich glaube, solche "Extremfälle" meinte stef gar nicht.
Das ist von Woche zu Woche unterschiedlich. Es hängt vom Wetter ab und auch von der Jahrezeit. Es gibt Wochen und Tage, an denen die Arbeitstage gar nicht schnell genug vorbeigehen können und dann kommt der Frühling und der Sommer. In der Zeit plant man auch viel unter der Woche, da die innere Uhr einen nicht dazu nötigt um 21 Uhr zu gähnen und ans Bettchen zu denken. Da verabredet man sich in den Biergarten, macht Sport, geht zu Freunden grillen, buddelt im Garten, etc. pp. Dann lebt man nicht nur für das Wochenende, sondern für den Feierabend
[quote comment="395"]
@Meg: Stimmt, saisonale Abhängigkeiten spielen sicher auch eine Rolle. Darauf stellen sich die Medien ja auch ein, indem Sie z.B. in der Sommerzeit vermehrt ein auf "bald-ist-Urlaub" machen und jeden zwanghaft bemitleiden, der noch keinen Urlaub hatte und dieses Jahr mal nicht an den Strand fährt.[/quote]
Echt? Dann bin ich wohl nicht anfällig dafür. Was daran liegen könnte, dass ich meinen Jahresurlaub im Januar buche und mich darauf fixiere



















Ich glaube, manche machen so krasse Jobs, dass es garnicht ohne Abschalten geht. Ich habe selbst mal als Zeitarbeiter an unzähligen Fließbändern gestanden und via MP3-CD-Player Hörspiele gehört (Danke an Stanislaw Lem an dieser Stelle). Da musste man seinen Kopf abschirmen, sonst hätten die ganzen Gehirnzellen den Freitod genommen ... also vielleicht kommt es bei manchen daher.